Wie kann Prävention und Gesundheitsförderung für Bewohnende in stationären Pflegeeinrichtungen langfristig in den Einrichtungsalltag integriert werden? Gemeinsam mit allen Beteiligten gesundheitsfördernde Strukturen zu etablieren, um die Gesundheit der Bewohnenden zu fördern ist ein Ziel dieses Projektes.

Maßnahmen zur Gesundheitsförderung langfristig in die Strukturen von Pflegeeinrichtungen einzubetten ist oftmals komplexer als zunächst angenommen. Um Pflegeeinrichtungen bei der Etablierung von gesundheitsfördernden Strukturen zu unterstützen und den Prozess zu standardisieren, entwickeln die Ersatzkassen einen ganzheitlichen und strukturierten Ansatz zur Prozessberatung. Die Entwicklung des Fachberatungsprozesses soll dabei auf die individuellen Bedarfe in Pflegeeinrichtungen eingehen und an den besonderen Strukturen des Settings ausgerichtet sein. Der Fachberatungsprozess wird vom Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) in Kooperation mit der cco netzwerke GmbH im Rahmen des Projektes Pflege gemeinsam gesundheitsfördernd gestalten konzipiert, erprobt und anschließend ausgewertet. So soll ermöglicht werden, dass Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Prävention langfristig und qualitätsgesichert in Pflegeeinrichtungen umgesetzt werden können.

Die Besonderheit des Projektes liegt darin, dass der zu entwickelnde Beratungsansatz zukünftig eigenverantwortlich von Beraterinnen und Beratern in Pflegeeinrichtungen angewendet werden kann. Das bedeutet, dass der Prozess insoweit standardisiert ist, dass er gezielt die Bedarfe und Bedürfnisse in Einrichtungen ermittelt, um dann passgenaue und qualitätsgesicherte Maßnahmen umzusetzen und die Einrichtung so auf dem Weg zu einer gesundheitsfördernden Organisationsentwicklung zu begleiten. 

Um sicherzustellen, dass der Fachberatungsprozess die unterschiedlichen Bedürfnisse verschiedener Pflegeeinrichtungen berücksichtigt, wird das Projekt deutschlandweit in 40 Einrichtungen pilotiert. Bei der Auswahl der am Projekt teilnehmenden Einrichtungen war es daher wichtig, dass sowohl das Stadt/Land-Gefälle, als auch die Trägervielfalt, die bundesweite Verteilung und die unterschiedlichen Strukturen berücksichtigt werden.

Und wie läuft das Ganze ab? Über insgesamt 2,5 Jahre werden den Einrichtungen professionelle Beraterinnen und Berater zur Seite stehen und diese bei der Einführung gesundheitsfördernder Maßnahmen beraten und zudem gemeinsame Workshops durchführen. Bevor die Workshops starten, wird zuerst ein sogenanntes Steuerungsgremium aus Vertreterinnen und Vertretern der Einrichtung gebildet. Die Aufgabe des Steuerungsgremiums besteht darin, die besprochenen Inhalte und Maßnahmen in die Einrichtung und deren Strukturen zu tragen und darüber hinaus an den Workshops teilzunehmen. 

Ein „Kick-Off Workshop“ zum Kennenlernen, Organisationsanalysen und Workshops zur Einführung von gesundheitsfördernden Maßnahmen sind dabei für alle teilnehmenden Einrichtungen gleich strukturiert. In jeder Einrichtung werden im Rahmen dieser Workshops Bedarfe und Bedürfnisse erfasst. Auf der Grundlage der erhobenen Bedarfe werden im Anschluss Maßnahmen empfohlen. Die Maßnahmen decken dabei alle Handlungsfelder des Leitfadens Prävention ab (Ernährung, Körperliche Aktivität, Kognitive Ressourcen, Psychosoziale Gesundheit und Prävention von Gewalt). In Begleitung der Prozessberaterinnen und Prozessberater werden dann abgestimmte gesundheitsfördernde Maßnahmen in der Einrichtung umgesetzt und später ausgewertet. Gemeinsam mit dem Steuerungsgremium der jeweiligen Pflegeeinrichtung werden schließlich gesammelte Erfahrungen reflektiert und durch die Beratenden festgehalten. 

Am Ende des Projektes soll aus den gesammelten Erfahrungen und Auswertungen ein Leitfaden erstellt werden, der den Fachberatungsprozess Schritt für Schritt abbildet. So soll das erarbeitete Beratungskonzept zukünftig an Beratende weitergegeben werden, die dann das gesammelte Wissen praxisnah bundesweit in weiteren Einrichtungen anwenden können.