Heimvorteil

Ca. 870.000 pflegebedürftige Menschen leben in Deutschland in Pflegeeinrichtungen. Gesundheit und Pflegebedürftigkeit – wie gut passt das zusammen? Die positive Veränderbarkeit von körperlichen und kognitiven Funktionen ist wissenschaftlich erwiesen. Mit dem Präventionsgesetz in 2015 wurde das gesundheitliche Potential von Menschen in Pflegeeinrichtungen explizit in das Blickfeld der Prävention und Gesundheitsförderung gerückt.

Um innovative Gesundheitsförderungsansätze zu schaffen, hat der vdek 2017 im Namen der Ersatzkassen den bundesweiten Ideenwettbewerb „Heimvorteil“ durchgeführt. Der Ideenwettbewerb richtete sich an stationäre Einrichtungen der Altenpflege und Angehörige. Ziel war es, Ideen der Praxis für die Umsetzung des „Leitfaden Prävention in stationären Pflegeeinrichtungen nach § 5 SGB XI“ zu sammeln. Aus der Praxis für die Praxis! Über 270 Ideen wurden eingereicht, 20 Ideengeber haben es in das Finale geschafft. Grundlage für die Auswahl war ein mehrstufiger Bewertungsprozess der auf den Förderkriterien des Leitfadens Prävention beruhte. Aufgrund des hohen Engagements haben die Ersatzkassen beschlossen, alle 20 Finalisten auszuzeichnen. Der Preis umfasste eine Entwicklungspartnerschaft zwischen Präventionsexpertinnen und Präventionsexperten und den ausgelobten Einrichtungen.

Ziel der Entwicklungspartnerschaften war die gemeinsame (Weiter-)Entwicklung qualitativ hochwertiger Maßnahmen, die langfristig in weiteren Einrichtungen bundesweit Anwendung finden können. Als Ergebnis der Entwicklungspartnerschaft sind 14 Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung für stationäre Einrichtungen der Altenpflege entstanden. Beispiele sind Projekte zur Gewaltprävention, zur Ressourcenstärkung durch garten- und musikorientierte Ansätze aber auch Maßnahmen, die insbesondere auf die Integration von demenzerkrankten Bewohnenden abzielen. Alle Projekte wurden während und nach ihrer Entwicklung prozess- und ergebnisbezogen evaluiert.

Um interessierte Einrichtungen zu befähigen, die gewünschten Maßnahmen eigenständig durchzuführen, sind die Maßnahmen zu niedrigschwelligen Schritt-für-Schritt-Anleitungen aufbereitet worden (Praxisleitfäden). Diese können nachfolgend abgerufen werden. Zudem ist für jedes Projekt die abschließende Bewertung durch die Piloteinrichtung in einem separaten Dokument zusammengefasst (Ergebnisevaluation).

Handlungsfeld: Ernährung
Projekt: „Gesundheit und Lebensfreude“
Handlungsfeld: Körperliche Aktivität
Projekt: „Mit allen Sinnen genießen“
Projekt: „Bewegungsparcours für mehr Gesundheit im Alter“
Handlungsfeld: Psychosoziale Gesundheit
Projekt: „Spirituell geprägtes Singen für Leib und Seele“
Projekt: „Der gelebte Garten – Quelle der Gesundheit“
Projekt: „Landleben“
Projekt: „Mobile Koch- und Backstation“
Handlungsfeld: Prävention von Gewalt
Projekt: „Professionell handeln in Gewaltsituationen“
Projekt: „Prävention von Gewalt“
Multikomponentenansatz
Projekt: „Fit trotz Demenz“
Projekt: „Fit bleiben in Kopf und Bein“
Projekt: „Aktivieren, aber wie? Das ,Sandwich-Prinzip‘ in der Betreuung“
Projekt: „Senioren-Aktiv-Woche“
Projekt: „Spaß und Gesundheit“

Impressionen von der Ideenumsetzung