Heimvorteil

Ca. 870.000 pflegebedürftige Menschen leben in Deutschland in Pflegeeinrichtungen. Gesundheit und Pflegebedürftigkeit – wie gut passt das zusammen? Die positive Veränderbarkeit von körperlichen und kognitiven Funktionen ist wissenschaftlich erwiesen. Mit dem Präventionsgesetz in 2015 wurde das gesundheitliche Potential von Menschen in Pflegeeinrichtungen explizit in das Blickfeld der Prävention und Gesundheitsförderung gerückt.

Zur Generierung von innovativen Gesundheitsförderungsansätzen hat der vdek im Namen der Ersatzkassen den bundesweiten Ideenwettbewerb „Heimvorteil“ durchgeführt. Der Ideenwettbewerb richtete sich an stationäre Einrichtungen der Altenpflege und Angehörige. Ziel war es, Ideen der Praxis für die Umsetzung des „Leitfaden Prävention in stationären Pflegeeinrichtungen nach § 5 SGB XI“ zu sammeln. Aus der Praxis für die Praxis! Über 280 Ideen wurden eingereicht, 20 Ideengeber haben es in das Finale geschafft. Grundlage für die Auswahl war ein mehrstufiger Bewertungsprozess der auf den Förderkriterien des Leitfadens Prävention beruhte. Aufgrund des hohen Engagements haben die Ersatzkassen beschlossen, alle 20 Finalisten auszuzeichnen. Der Preis umfasste eine Entwicklungspartnerschaft zwischen Präventionsexpertinnen und Präventionsexperten und den ausgelobten Einrichtungen.

Ziel der Entwicklungspartnerschaften war die gemeinsame (Weiter-)Entwicklung qualitativ hochwertiger Maßnahmen, die langfristig in weiteren Einrichtungen bundesweit Anwendung finden können. Als Ergebnis der Entwicklungspartnerschaft sind 14 Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung für stationäre Einrichtungen der Altenpflege entstanden. Beispiele sind Projekte zur Gewaltprävention, zur Ressourcenstärkung durch garten- und musikorientierte Ansätze aber auch Maßnahmen, die insbesondere auf die Integration von demenzerkrankten Bewohnenden abzielen. Alle Projekte wurden während und nach ihrer Entwicklung prozess- und ergebnisbezogen evaluiert.

Um interessierte Einrichtungen zu befähigen, die gewünschte Maßnahme auch eigenständig durchzuführen, werden die Maßnahmen aktuell zu niedrigschwelligen Schritt-für-Schritt- Anleitungen („Praxisleitfäden“) aufbereitet. Diese können im ersten Halbjahr 2020 an dieser Stelle abgerufen werden.