Gesundheitsfördernde Pflegeeinrichtungen – der Ansatz des vdek

Mit dem Präventionsgesetz (PrävG) haben die Pflegekassen im Jahr 2015 die Möglichkeit erhalten, Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung für Bewohnende stationärer Pflegeeinrichtungen zu fördern.

 

Den Handlungsrahmen bildet dabei der Leitfaden Prävention in stationären Pflegeeinrichtungen nach § 5 SGB XI. Die zu entwickelnden und umzusetzenden Präventionsmaßnahmen sollen sich auf mindestens eines der fünf Handlungsfelder Ernährung, körperliche Aktivität, kognitive Ressourcen, psychosoziale Gesundheit und Prävention von Gewalt beziehen. Um die Gesundheitsressourcen der Bewohnenden zu stärken und somit dem Erhalt von Lebensqualität, Wohlbefinden und Selbstbestimmung beizutragen, ist es wichtig den Alltag der Menschen gesundheitsfördernd zu gestalten (sog. gesundheitsfördernde Verhältnisprävention). Dies erfolgt durch die Analyse bestehender Strukturen und Prozesse und unter der Fragestellung, wie diese angepasst werden können, damit Pflegeeinrichtungen gesundheitsfördernd aufgestellt sind. Gesundheitsförderung und Prävention sind somit eine Frage der Organisationskultur. Die oberste Prämisse des gemeinsamen Agierens ist die Einbeziehung aller Beteiligten, um eine explizite Ausrichtung an den bestehenden Bedarfen und Bedürfnissen sicherzustellen und somit eine nachhaltige Umsetzung von Prävention und Gesundheitsförderung zu erzielen.


SaluPra
Da die Gesundheitsförderung für Bewohnende stationärer Pflege­einrichtungen als sogenannter Setting­ansatz ein neues Themen­feld für die Pflege­kassen ist und zudem bislang wenige wirksamkeits­orientierte Ansätze und Programme in Deutschland existieren, hat der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) das Forschungs- und Entwicklungs­projekt „SaluPra“ („salus“=Gesundheit/Wohlbefinden, „praevenire“=vorbeugen) ins Leben gerufen. SaluPra verfolgt als oberstes Ziel eine enge Verzahnung der Anliegen der Praxis mit den Erkenntnissen der Forschung. Die unter dem Dach von SaluPra zu entwickelnden und bereits entwickelten Maßnahmen und Präventions- sowie Gesund­heits­förderungs­ansätze haben den Anspruch die Erfordernisse der Praxis aufzu­greifen. Ein wesentlicher Bestandteil von SaluPra ist es deshalb auch, Methoden und Instrumente zu entwickeln, die eine flexible aber dennoch qualitäts­gesicherte und standardisierte Einrichtungs­beratung zu Ansätzen der Prävention und Gesund­heits­förderung in Pflege­ein­richtungen gewähr­leistet.


Zum anderen werden handlungsfeldbezogene gesundheitsfördernde Maßnahmen entwickelt, die auf die Ressourcen­stärkung der Bewohnenden abzielen und somit auf die bestehenden Ressourcen und Fähig­keiten angepasst werden. Die wissenschafts-praxis­basierten Erkenntnisse und Beratungs­ansätze werden derzeit in ein Schulungs­konzept zur Qualifikation von Beratenden der Pflege­kassen überführt. Ziel­stellung ist es, die Pflege­einrichtungen auf dem Weg der Umsetzung nach­haltiger Gesund­heits­förderung zu begleiten und auf Basis eines ein­heit­lichen Qualitäts­standards zu unter­stützen. Um die Nachhaltig­keit des Ansatzes und eine lang­fristige und eigen­ständige Umsetzung zu gewähr­leisten, sollen Mitarbeitende in den Pflege­einrichtungen so befähigt werden, selbständig diesen Gesund­heits­förderungs­prozess durch­zuführen.

An dieser Stelle sowie auf den ent­sprechenden Unter­seiten werden fort­laufend die Ergebnisse des vdek-Ansatzes SaluPra veröffent­licht und abgebildet.


Forschungsprojekt Salupra

Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt  „SaluPra“ verfolgt als oberstes Ziel eine enge Verzahnung der Anliegen der Praxis mit den Erkenntnissen der Forschung.

Mehr erfahren

Praxisprojekte

In Deutschland werden ca. 870.000 Pflegebedürftige in Pflegeeinrichtungen versorgt. Dabei handelt es sich überwiegend um ältere bzw. hochaltrige Menschen.

Mehr erfahren

Heimvorteil

Ca. 870.000 pflegebedürftige Menschen leben in Deutschland in Pflegeeinrichtungen. Gesundheit und Pflegebedürftigkeit – wie gut passt das zusammen?

Mehr erfahren

Aktuelle Leistungsvorschau

Heute leben Pflegebedürftige oft wesentlich länger in der eigenen Wohnung, als noch vor wenigen Jahrzenten. Der Umzug in ein Pflegeheim erfolgt…

Mehr erfahren

Gewalt und respektloses Verhalten in der Pflege sind in weiten Teilen immer noch gesellschaftliche Tabuthemen, über die wenig gesprochen wird. Sie…

Mehr erfahren

Gegenstand des Projektes „gesund und un-abhängig älter werden“ ist die Sensibilisierung und Aufklärung von Bewohnenden (teil-)stationärer…

Mehr erfahren