Ziel des Forschungsprojektes ist die Entwicklung von gesundheitsfördernden Maßnahmen zu den Themen Ernährung, Bewegung und Stress mit und für Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM). Im Zuge dessen werden zum Beispiel gesunde Gerichte verständlich gekennzeichnet und bewegte Pausen konzipiert.

Methodisches Vorgehen
Zunächst wurde die Ausgangssituation der Werkstätten analysiert: Welche gesund­heits­förder­nden Maßnahmen gibt es bereits? Welche konkreten Bedingungen sind vor Ort gegeben und welche Personen könnten in das Projekt einbezogen werden? Zudem wurde der aktuelle wissenschaftliche Stand zur Prävention und Gesund­heits­förderung bei Menschen mit Behinderungen ermittelt. 

Das Projekt stellt über den Ansatz der Partizipativen Qualitätsentwicklung die Beteiligung der Zielgruppe in den Mittelpunkt allen Agierens: Zunächst werden die Bedürfnisse und Wünsche der Zielgruppe über ein gruppenmoderiertes Verfahren erhoben. Darauf aufbauend konzipiert das Forschungsteam – verwoben mit Erkenntnissen aus der Analyse der Ausgangssituation und der Literaturanalyse – Maßnahmen, die auf die erhobenen Bedarfe und Bedürfnisse reagieren. Die entwickelten Maßnahmen werden alsdann erprobt und nach dem Feedback der Zielgruppe erneut angepasst. Partizipation bedeutet hier also nicht nur die Teilnahme der Zielgruppe am Projekt als passive Empfänger, sondern ein aktives Mitwirken an zentralen Entscheidungsprozessen und der Ausgestaltung des Projektes. 

Nachhaltigkeit
Die aktive Integration der Zielgruppe sowie weiterer Akteure vor Ort, wie z. B. Diät­assistenten, steigert die Identifikation mit dem Projekt und somit die Motivation, auch langfristig Maßnahmen umzusetzen. Zudem sind die Maßnahmen nachhaltig angelegt: Eine Schulung von Menschen mit Behinderungen als auch von Mitarbeitenden sowie die Integration in bestehende und festdefinierte Tagesabläufe soll ein Fortbestehen der Maßnahmen nach Projektende hinaus bewirken.

Parallel zur Projektumsetzung wird ein Praxisleitfaden erarbeitet, der die Projekt­erkenntnisse bündeln und anderen WfbM die Umsetzung gesundheitsfördernder Maßnahmen erleichtern soll. Flankiert wird das gesamte Projekt durch eine prozess- und ergebnisorientierte Evaluation.